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 Betreff des Beitrags: Grundtechniken Schwert & Schild
BeitragVerfasst: Di 20. Sep 2011, 15:09 
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Registriert: So 10. Jul 2011, 12:25
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Ich stelle hier mal Georgs Ausführungen zu den ersten Schritten im Schwert & Schildfechten aus dem alten Forum ein. Einmal finde ich, dass hier so etwas fehlt, zum anderen geben diese Basics doch einen allerersten Eindruck von dem wieder, was wir in der Art hier machen, und was einen Anfänger hier erwartet. ;)

Grundlegende Techniken für den Kampf mit Schild und Schwert
Anm: die Angaben beziehen sich auf Rechtshänder, Linkshänder denken bitte entsprechend um.

1. Der Schild.
Für den Anfang nutzen wir den Schild ohne ihn besonders zu bewegen. Diese so genannte statische Schildarbeit hat den Vorteil, dass ein genau definierter Teil des Körpers stets gedeckt ist. Nachteil ist, dass andere Bereich offen sind.
Anm.: mit dem Schild wird prinzipiell NIEMALS gestoßen, insbesondere nie mit der Schildkante. Dies ist eine völlig sinnlose Aktion. In realem Kampf würde eine derartige Aktion keinerlei sinnvollen Effekt haben. Diese Unsitte des Stoßens mit der Schildkante ist eine Aktion die im Schaukampf entstanden ist, dort sind derartige Stöße manchmal etwas schmerzhaft. Für realistische Anwendung ist das aber wertlos, wir wollen einem Gegner nicht ein bisschen wehtun, wir wollen (theoretisch) ihn mit dem Schwert umbringen. Und das tun wir nicht indem wir ihn mit Holzlatten hauen, das tun (bzw. üben) wir, indem wir dazu unser Schwert benutzen.

Wir nehmen einen Linksauslegerstand ein, genau wie beim Boxen. Der linke Fuß weist etwa in Richtung Kopf des Gegners, der rechte Fuß etwa in Richtung äußerer Schildrand des Gegners.
Gegen einen Linkshänder steht man etwas weiter nach rechts gedreht, etwa so, dass der linke Fuß gegen des Gegners (von uns aus gesehen) rechte Schulter weist.
Der Schild befindet sich am linken Unterarm. Der linke Ellbogen wird mit gerade nach unten weisendem Oberarm an die linken unteren Rippen gelegt. Nicht vom Körper abspreizen, denn bei hartem Kontakt könnte es zu Rippenbrüchen kommen. Liegt der Ellbogen an, wird der Impuls bei einem harten Kontakt besser aufgefangen (aus demselben Grund zieht man beim Gewehrschießen den Kolben stark an die Schulter).
Die linke Hand, die den Schildgriff hält, liegt etwa eine Faustbreit vom eigenen Kinn entfernt.
Durch diese Schildhaltung ist der obere Körper fast komplett gedeckt, von Hüfte bis zum unteren Teil des Helmes.

Aktive Schildarbeit lernen wir später. Bereits jetzt so viel: Bei dynamischer Arbeit mit dem Schild achten wir prinzipiell darauf, dass unser Schild sich zwischen dem gegnerischen Schwert und unserem Körper befindet. Ist das gewährleistet, können wir nicht getroffen werden. Auch bei aktiver und dynamischer Schildarbeit gilt - der Schild ist zum Blocken. Für den Angriff haben wir das Schwert.

2. Das Schwert.
Nachdem wir in Linksauslage die korrekte Schildposition eingenommen haben, nehmen wir eine sinnvolle Grundstellung ein. Dazu legen wir das Schwert auf unsere rechte Schulter. Der rechte Ellbogen liegt eng am Körper an, die rechte Hand befindet sich etwa eine Faust höher als die linke. Die Hand hält das Schwert ein wenig gelockert.
Diese Grundhaltung ist eine optimale Armhaltung, um präzise und schnell zu schlagen.
Weitere Positionen lernen wir später.
Passive Positionen, die gegnerische Angriffe abblocken, lernen wir ebenfalls später, denn vorerst ist es erheblich wichtiger den Angriff zu üben.

3. Hiebe
a. direkter Kopfhieb
aus obiger Position (Schwert geschultert) wird der Arm ohne jede Ausholbewegung nach vorn gestreckt, dabei zieht man die Finger an. Durch diese Bewegungen (Arm strecken und Finger anziehen) wird das Schwert schnellkräftig nach vorn geschleudert. Ziel ist der gegnerische Helm oben auf dem Scheitel.
b. Vorhand Kopfhieb (onside)
hier wird die rechte Hand ein wenig im Handgelenk nach außen abgeknickt und dann erfolgt Armstrecken und Finger anziehen. Die Handfläche weist hierbei nach oben (Unterarm ist supiniert). Der Hieb erfolgt entlang des gegnerischen oberen Schildrandes gegen die (von uns gesehen) rechte Helmseite des Gegners.
c. Rückhand Kopfhieb (offside)
groß: aus der Schulterposition wird der Arm vor den Körper (resp. Schild) "geklappt" (die Innenseite der Hand weist jetzt zum eigenen Gesicht), dann gestreckt, wobei die Hand um 180° gedreht wird, sodass der Unterarm nun proniert ist. Der Schwertknauf weist jetzt nach rechts oben und die Schwertspitze nach links unten. Der Hieb geht also gegen die (von uns gesehen) linke Helmseite des Gegners. Besonders hierbei ist, dass mit diesem Hieb auch der gegnerische Schild umgangen wird.
klein: aus der Schulterposition wird der Arm nach links vorn gestreckt und die Hand proniert.

Diese Hiebe sind die grundlegenden Hiebe, die bei jedem Training zu wiederholen sind. Weitere Hiebe folgen später. Ebenfalls später erfolgen die Hinweise zum Einsatz der Hüfte bei den Hieben.

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 Betreff des Beitrags: Re: Grundtechniken Schwert & Schild
BeitragVerfasst: Di 13. Jan 2015, 18:46 
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Wohnort: Recklinghausen
Seit längerer Zeit lehre ich den Schwerthieb nicht mehr wie oben beschrieben. Die obige Technik resultiert in einer sehr kraftigen Hiebweise, die die Gefahr nach sich zieht, beim Sportpartner chronisch traumatische Enzephalopathie infolge vielfach wiederholter Gehirnerschütterungen, die durch derartige Hiebe geschehen, zu verursachen. Zudem ist solche Hiebweise eher dem Kampf mit knüppelartigen Waffen zuzuordnen, also etwa mit einem Streitkolben.
Wir führen den Schwerthieb wie folgt durch:
Ziel sei vorerst der Scheitelhieb, also ein Hieb vorn-oben auf den Kopf. Wir stehen als Rechtshänder vorerst in Rechtsauslage, also leicht schräg, mit der rechten Seite vorn. Der Waffenarm liegt nach vorn-unten weisend mit dem Oberarm leicht am Oberkörper an, der Unterarm weist parallel zum Boden nach vorn. Die Hand umfasst das Schwert mit einem lockeren Griff, ähnlich dem, mit dem man etwa einen Malerpinsel ergreift. Dabei liegt der Daumen in etwa an der Flachseite der Klinge. Das Schwert weist nach vorn-oben, es ist etwa 30 bis 45° nach vorn geneigt.
Zum Hieb neigen wir die Hand nun etwas nach hinten, hierbei schwingt das Schwert ein wenig zurück. Die Hand öffnet sich an den hinteren Fingern ein klein wenig. Der Ellbogen wird dabei fast nicht gebeugt, die Ausholbewegung geschieht in erster Linie durch das Beugen des Handgelenks. (Erst wenn wir stärker schlagen wollen, wird auch der Ellbogen lebhafter eingesetzt, vorerst lassen wir dies jedoch). Nun strecken wir den Arm nach vorn, beugen das Handgelenk nach vorn-unten und ziehen die hinteren Finger an. Wir treffen den Kopf (die Fechtmaske) des Gegners vorn-oben. Das ist der Scheitelhieb (Primhieb). Die gesamte Bewegung hat flüssig und zügig zu erfolgen, locker aus Handgelenk und Finger.
Der Vorhandhieb (Quarthieb) geschieht wie oben, nur wird beim Aufzug die Spitze des Schwertes in Richtung rechtes Ohr bewegt, beim Hieb wird der Arm etwas nach links-vorn bewegt und das Handgelenk dreht sich beim Hieb um etwa 45° im Uhrzeigersinn. Beim Rückhandhieb (Terzhieb) bewegt sich beim Aufzug die Spitze entsprechend etwas in Richtung linkes Ohr und beim Hieb wird der Arm leicht nach rechts, das Handgelenk um etwa 45° im Gegenuhrzeigersinn bewegt.
Diese Hiebe sollen zuerst im Stand ausgeführt werden, bis sie sicher sitzen. Sodann kann der Hieb durch Beinarbeit unterstützt werden. Hierbei bringt die Körperbewegung zusätzliche Kraft ein, der Hieb kann also erheblich kräftiger werden. Es ist viel Übung erforderlich, um die Hiebe so durchzuführen, dass sie genau das richtige Maß an Zug haben, nicht zu lasch und nicht zu hart.

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Ph'nglui mglw'nafh Cthulhu R'lyeh wgah'nagl fhtagn.


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